Der Chor heute

Der Stuttgarter Hymnus-Chor umfasst heute etwa 160 Knaben und 40 junge Männer. Er wird vom Kirchenkreis Stuttgart getragen und steht Knaben aller Konfessionen offen. Im Alter ab sieben Jahren beginnen die Jungen mit dem Singen, lernen das Notenlesen und die musikalischen Grundbegriffe. Ausgebildete Stimmbildner fördern die Sänger im Einzelunterricht. In weiterführenden Chorstufen machen sich die Knaben nach und nach mit der Musik des Konzertchors vertraut. Im Talar mit dem großen weißen Kragen treten sie dann in Konzerten, Kammerkonzerten, Gottesdiensten und zu anderen Gelegenheiten auf.
Die Sänger des Männerchors gehörten meist auch schon als Knaben dem Chor an und sind mit der Konzertliteratur umfassend vertraut. Zudem sind sie Mitorganisatoren und Begleiter der Knaben bei Proben, Konzerten und in der Freizeit. Nicht selten sind sie die heimlichen Vorbilder gerade der jüngsten Sänger, was den Zusammenhalt des Chores elementar fördert. Als reiner Männerchor treten die Männer in eigenen Konzerten mit geistlichen wie weltlichen oder szenischen Werken auf und begeistern das Publikum mit ihrem vollen, farbenreichen Klangkörper. Die Stuttgarter Hymnus-Chorknaben blicken auf eine über 100 Jahre währende Tradition zurück. Dr. Paul von Lechler, ein sozial engagierter Stuttgarter Unternehmer, gründete 1900 den Chor, angeregt durch Knabenchöre wie die Leipziger Thomaner, den Dresdner Kreuzchor oder die Berliner Kurrende. Der junge Chor genoss im Stuttgarter Gemeinde- und Musikleben bald einen hervorragenden Ruf. Nach seiner Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte er unter Professor Gerhard Wilhelm, der ihn über 40 Jahre lang engagiert führte, internationale Anerkennung. 1987 übernahm Eckhard Weyand den Chor. Seit 1992 liegt die Leitung bei KMD Hanns-Friedrich Kunz, der ihn zielstrebig ausgebaut und ihn mit einem umfangreichen, musikalisch anspruchsvollen Repertoire fest im regionalen wie überregionalen Konzertleben verankert hat. Die Chorleitung übernimmt ab April 2010 Rainer Johannes Homburg, der die zukünftige Arbeit des Hymnus prägen wird.